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Der Wallfahrtsort Monte Berico

Vergangenheit und Gegenwart des Monte Berico
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Der Wallfahrtsort Monte Berico Der Wallfahrtsort Monte Berico  
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Der SANTUARIO DI MONTE BERICO ist der bekannteste und meistfrequentierte marianische Wallfahrtsort der Region Venetien

DIE URSPRÜNGE
Seine Ursprünge liegen in einer für die Stadt Vicenza sehr schweren Zeit, in der sie - zwischen 1425 und 1428 - von einer sehr schweren Pestepidemie heimgesucht wurde.
Es trug sich zu, dass die HEILIGE JUNGFRAU auf dem Berg erstmalig am 7. MÄRZ 1426 einer bescheidenen Bäuerin, Vincenza Pasini, erschien. Dieser folgte eine weitere Erscheinung am 1. AUGUST 1428. Beide Male bat die Heilige Jungfrau Vincenza den Menschen auszurichten, dass an jenem Ort eine ihr gewidmete Kirche gebaut werden sollte. Dafür versprach sie, dass die Pest vorbei sein solle.

Dem Volksglauben zu Folge hat die Heilige Jungfrau folgende Worte ausgesprochen:
"Fürchte dich nicht, Vincenza. Ich bin die Mutter von Jesus, der zur Rettung der Menschen am Kreuz gestorben ist.Richte den Vicentinern aus, dass ich will, dass an diesem Ort eine meinem Namen geweihte Kirche erstehen soll; erst dann werden sie von der Geißel, unter der sie leiden, befreit.Übermittle dem Volk meine Befehle:Wenn die Menschen nicht gehorchen, dann wird die Pest nicht aufhören.
Als Beweis für meinen Willen sollen sie eine Kerbe in diese kargen Felsen schlagen – es wird eine üppige Quelle daraus entspringen“.

Und sie fügte hinzu:
"Sage ihnen außerdem, dass allen, die diese Kirche an mir gewidmeten Feiertagen und am ersten Sonntag jeden Monats besuchen, viele Gnaden erwiesen werden und sie meine mütterliche Segnung erhalten werden."

Vincenza Pasini wurde nicht sofort Glauben geschenkt, noch nicht einmal seitens der kirchlichen Behörden. Es waren vor allem die zweite Erscheinung und die Verschlimmerung der Pest, die die Menschen und dann auch die Behörden veranlassten, die Frau anzuhören.
Der Grundstein wurde am 25. AUGUST 1428 gelegt und die Kirche wurde in nur 3 Monaten errichtet, wie es das von den lokalen Behörden verfasste Manuskript über den Prozess zum Beweis der Wahrhaftigkeit von Wundern, umgesetzt mit dem Bau des Wallfahrtsortes, belegt.  Je höher das Bauwerk wurde, desto schwächer wurde die Pest, und als man beim Dach anlangte, war die "böse Bestie" vollkommen besiegt.
1430 wurden der Rechtsgelehrte Giovanni Da Porto und der Nachfolger Luigi Da Porto damit beauftragt, den entsprechenden Prozess durchzuführen, dem eine 16-seitige notarielle Urkunde folgte, die von 3 Notaren beglaubigt und vom Bürgermeister Marco Micheli unterschrieben wurde. Sie wird in der Biblioteca Bertoliana in Vicenza verwahrt.
Die Seherin Vincenza Pasini starb 1433 im Alter von 78 Jahren.
DIE KIRCHE
Die kleine nach der Erscheinung errichtete Kirche wurde erneuert, da sie einer Komplettrestaurierung bedurfte. Sie wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts in den jetzigen Wallfahrtsort eingegliedert. 
Die Basilika wurde nach einem Entwurf des Architekten CARLO BORELLA (1688) erbaut und von ORAZIO MARINALI, einem Bildhauer aus Bassano, verziert.
Das Innere der Basilika bzw. Wallfahrtskirche wird aus dem Ensemble der beiden Kirchen gebildet: die eine gotisch, die andere klassisch-barock, nach einer Erweiterung und Vervollständigung durch Borella (1688-1703), die einer ersten Erweiterung folgte, bei der PALLADIO (1578) federführend gewesen war.
In jenen Jahren (1826) begann man mit dem Bau eines neuen Glockenturms nach einem Entwurf von ANTONIO PIOVENE, während 1860 die Rekonstruktion der alten Fassade im neugotischen Stil durch den Architekten Giovanni Miglioranza begann. Diese haben wir den SERVI DI MARIA (Diener Mariä) zu danken, die 1835 im Zuge einer Bürgschaft des österreichischen Kaisers zurückgekehrt waren, nachdem sie kraft eines napoleonischen Dekrets von 1810 entfernt worden waren, das die Unterdrückung der Orden und die Schließung der Klöster verordnete.
Auch nach der Vereinigung Italiens wurden die Servi di Maria im Jahr 1866 gezwungen das Kloster zu verlassen, um dann 1875 endgültig hierher zurückzukehren, nachdem der Gemeinderat von Vicenza beschlossen hatte, ihnen denn Wallfahrtsort zur kostenlosen Nutzung zu überlassen, damit sie sich um dessen Erhaltung und Schutz sorgten.
1900 krönte der künftige Papst PIO X. die Marienstatue feierlich, deren Altar dank Restaurierungsarbeiten zwischen 1926 und 1928 noch wertvoller wurde.

Informationen zu Besichtigungen unter: tel. 0444 320998 - fax 0444 326464
DIE VOTIVBILDER
Neben dem Wallfahrtsort gibt es ein kleines Museum, in dem mehr als 150 Gemälde und Votivbilder aus sechs Jahrhunderten (ab 1400) verwahrt werden.
Zu den besonders bemerkenswerten Werken aus dem 15. Jahrhundert gehört eine „Geburt Mariä“, ein Holzrelief, das noch reichhaltige Spuren der einstigen Vergoldung trägt.
Aus einer Zeit kurz danach stammt eine Reihe kleiner Gemälde, auf denen dargestellt ist, wie die Heilige Jungfrau Vincenza Pasini erschien – wahrscheinlich ein Werk von Tonisi Senese, der auch ein Porträt derselben Frau geschaffen hat.
Auf das 16. Jahrhundert geht ein Veroneser Gemälde von Gabriele Caliari, Sohn des großen Paolo Caliari, zurück: "Die Heilige Jungfrau und das Kind, die Heiligen Franziskus und Markus, das Stadtoberhaupt von Vicenza Francesco Tiepolo und ein weiterer Adeliger", alle in betender Haltung.
Von den vielen Werken soll hier noch auf die aus den Ateliers von Alessandro Maganza, Maffei und Carpioni hingewiesen werden. Der größte Teil der Votivbilder ist jedoch anonymer Herkunft und gehört daher zu jener Volkskunst, die seit jeher ausgesprochen üppig und faszinierend ist.
Das Abendmahl des Heiligen Gregor des Großen von Paolo Veronese
Öl auf Leinwand, Größe 8,780 m X  4,44 M
Die hintere Wand des alten Refektoriums des Klosters der Servi di Maria wird von diesem großen Gemälde von Paolo Veronese beherrscht.
Der Auftrag für dieses Gemälde erging vermutlich durch Pater Damiano Grana, den Onkel mütterlicherseits von  Veronese, der zwischen 1571 und 1573 Prior von Santa Maria di Monte Berico war.
Auf dem Gemälde ist der Moment dargestellt, in dem der Heilige Papst Gregor der Große während des traditionellen Abendmahls, zu dem man üblicherweise die Armen einlud, unter diesen an seiner rechten Seite Jesus Christus erkennt. 
1848 wurde das Gemälde während des Krieges durch österreichische Soldaten, die in der Basilika und im Kloster wüteten, zerstört und in 32 Stücke zerteilt, die ein junger Mönch, Ferdinando M.Mantovani, jedoch retten konnte. 1852 wurde das Gemälde von Alberto Tagliapietre wieder zusammengesetzt und erneut im Kloster untergebracht.
DAS KUNSTERBE
Innerhalb des Wallfahrtsorts gibt es viele Werke, die besondere Aufmerksamkeit verdienen.
Auf etwa 1428 geht die Madonnenstatue zurück, bei der die Heilige Jungfrau der typischen Ikonographie des 15. Jahrhunderts getreu als Mutter der Barmherzigkeit dargestellt ist. Die aus dem weichen Stein der Monti Berici gemeißelte und bemalte Statue ist 1,70 hoch und wurde von Nicolò da Venezia geschaffen.
Sehr viel jünger (von 1900) sind dagegen die Krone und die kostbare Perlenkette, die von Vicentiner Goldschmieden hergestellt wurden und der Heiligen Jungfrau von dem patriarchalischen Kardinal von Venedig, Giuseppe Sarto, dem künftigen Papst Pio X., als Opfergabe erbracht wurde.
Besonders interessant ist das Altarbild des Josefsaltars, auf dem die Heilige Familie in Ägypten dargestellt ist. Es wurde 1796 von Francesco Menageot geschaffen und ist eines der trefflichsten neoklassischen Gemälde in Vicenza.
Ein weiteres kostbares Gemälde ist das Werk von Palma il Giovane von 1606, auf dem die Krönung der Heiligen Jungfrau dargestellt ist.
Auf das 14. Jahrhundert gehen dagegen diverse Gemälde von Giovanni Gagliardi zurück, zu denen auch die „Auferstehung“ und die „Sieben Heiligen Gründer“ gehören.
In dem gotischen Kirchlein ist das Gemälde einer Pietà zweifelsohne spezieller Aufmerksamkeit wert. Es wurde von Alvise Lamberti Montagna geschaffen und stammt von 1500. In den Bögen des Mittelschiffs dagegen, rechts und links vom Hauptaltar, malte Rocco Pittaco ab 1883 die vier Episoden um die Entstehung des Wallfahrtsortes.
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